Bauvorhaben

Neubau eines Zweifamilien-Wohnhauses in Schlaifhausen, Leistungsphasen 1-9, Planung ab November 2003 , Aushub Juni 2004, Einzug Dezember 2004 bzw. März 2005.

Ausgangssituation und Aufgabenstellung

Der kleine Ort Schlaifhausen gehört zur Gemeinde Wiesenthau und liegt am Fuße des höchsten Berges im Naherholungsgebiet "Fränkische Schweiz", dem Walberla, im Landkreis Forchheim/Oberfranken. Das wunderbare Baugrundstück ist ein um 15° geneigter Hang, unverbaubar und gegen Süden zur Sonne ausgerichtet und liegt am Ortsrand.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein Fruchthof mit stetigem LKW-Verkehr. Das Gründstück liegt direkt an der stark frequentierten Gemeinde-Verbindungsstraße zwischen Wiesenthau und Leutenbach. Der modern eingestellte Bauherr hat noch keine direkte Vorstellung zur Gebäudegestaltung. Meine Aufgabe ist es nun, eine Wohnung für ihn und seine Lebensgefährtin sowie eine zweite für Eltern und Bruder zu entwerfen und zu bauen.

Gestaltung und Umsetzung

Split-Level-Haus

Ansicht von Südwesten

Ich schlug dem Bauherrn einen Split-Level-Entwurf vor. Split-Level heißt, dass das Haus sozusagen in der Mitte senkrecht durchgeschnitten und die Hälfte der Geschosse höhenversetzt wird. Der Korpus unterwirft sich hierbei in der Hauptsache rein funktionalen und weniger traditionellen Kriterien.

Ein im Volksmund allgemein als "fränkisch" bezeichneter Baustil, also mit durchgehenden Geschossen und steilem Satteldach, hätte in diesem Fall die Nachteile, dass wir das Haus regelrecht in den Hang "eingraben" müssten oder eine unverhältnismäßig hohe Südwand erhalten würden. Als Split-Level-Lösung mit den höhenversetzten Geschossebenen schmiegt sich das Haus dagegen an den Hang an und nutzt das Gelände optimal aus. Ebenfalls vermeidet der Bauherr die kostenintensive aufwendige Stützmauer zum Abfangen des Hangdrucks. Kellergeschoß und Stützmauer lassen wir im Entwurf schließlich fallen. Der Vorschlag Split-Level-Gebäude ohne Kellergeschoß führt zur Umsetzung in Eingabe-, Werk- und Detailplanung.

Wie aus einem Plan langsam Realität wird, das zeigt diese Animation.

Die Traufseite parallel zur Straße erhält zum einen wegen der nördlichen Ausrichtung (kalte Seite) und zum anderen aufgrund des Straßenlärms nur Fenster-"Schlitze". Folglich sind im nördlichen, oberen, Gebäudetrakt die Naß- und Nebenräume untergebracht, in denen die Fenster vorwiegend der Belüftung dienen und die Belichtung eine untergeordnete Rolle spielt. Heizraum und Brennstofflager befinden sich im nebenan errichteten Garagen-Untergeschoß ebenfalls nordseits in gleicher Höhenlage. Zuleitungsrohre in einem waagerechten Rohrschacht ver- und entsorgen das gesamte Wohngebäude.

Der straßenabgewandte Gebäudetrakt öffnet sich mit großen doppelten Fenstertüren zum talseitigen Süden. Belichtung und Aussicht aus den Wohn- und Essräumen sowie Kinderzimmern sind somit gewährleistet.

Als Dachform wählten wir zwei höhenversetzt aneinander gelehnte Pultdächer, deren beide Firsthöhen eine parallel zum Hang verlaufende Linie bilden. Der direkte Bezug vom Gebäude zum Baugrund und eine folglich erkennbare direkte Einbindung in die Umgebung sollen damit unterstrichen werden.

Die Bauleute begeisterten sich für den Entwurf und er wurde zur Zufriedenheit aller schließlich umgesetzt.